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Was, Grammatik?

“Ich dachte, im Chinesischen gibt es gar keine Grammatik!” sagte mir vor kurzem eine Schülerin der Kursstufe I/1, die ich gerade übernommen habe. Woher kommt diese Einschätzung? Es könnte daran liegen, dass man die Schüler/innen zum Chinesischunterricht lockt mit dem Versprechen,  es gäbe praktisch nicht (oder nur wehr wenig!) Grammatik zu lernen und dass in vielen Anfänger-Lehrwerken die Grammatik nicht sehr betont wird. Eine Schülerin dieser Kursstufen-Gruppe ist Muttersprachlerin und sie hat die Übung (siehe unten) mit der Lehrerin der Chinesischen Schule angeschaut. Die Lehrerin hat wohl gesagt, es gäbe für die Sätze mehrere Möglichkeiten, und es wurde nach den Lösungen in meinem Lehrbuch die falsche Lösungsalternative angekreuzt. Das Lehrbuch, aus dem ich die Sätze entnommen habe: 边看边学:实用汉语法图解教程 von Beijing University Press. siehe grammatik-guo-le.doc

Binnendifferenziert

ist die folgende Übung, die ich meiner Kusine Ina, einer Mathelehrerin, verdanke:
Ich gebe vor, dass ich auf die eine Seite der Tafel eine Reihe von Wörtern bzw. Zeichen schreibe, die alle ein bestimmtes Merkmal haben. Auf die andere Seite der Tafel schreibe ich Wörter, die das bestimmte Merkmal nicht aufweisen. Wer glaubt, das Merkmal erkannt zu haben, gibt das dadurch zu erkennen, dass er an die Tafel kommt und ein weiteres Wort oder Zeichen auf eine der beiden Tafelseiten schreibt. Ich kommentiere, ob das Wort bzw. Zeichen richtig eingeordnet ist. Auf diese Weise können immer mehr Schüler/innen erkennen, um welches Merkmal es sich handelt, die “besseren” Schüler/innen sind schneller und helfen mir dann, den anderen auf die Sprünge zu helfen. Beim ersten Einsatz im Unterricht habe ich die Methode jetzt angewandt mit dem Merkmal: Zeichen, deren erster Strich ein waagerechter Strich ist. Bei der Tagung der Chinesischlehrer in Zürich habe ich mich mit Kay Ariane Becker unterhalten, sie hat ihr Software-Programm u.a. nach der “Ersten-Strich-Methode” aufgebaut.  Ich habe nachgedacht: Wenn man weiß, welcher Strich der erste ist im Zeichen, ist schon viel gewonnen!

Tafel wischen

Eine Unterrichtstechnik habe ich in einem Buch gelesen, ich wende sie gern an. Sie heißt “Tafel wischen”. Entweder ich oder ein/e Schüler/in schreibt Schriftzeichen ungeordnet an die Tafel. Als Lernkontrolle oder Wiederholung von bereits vor einiger Zeit gelernter Zeichen (bzw. Wörter) kommen nur einzelne Schüler vor und lesen die Zeichen vor (oder schreiben Pinyin drunter). Ist das Zeichen richtig gelesen, dürfen sie das Zeichen wegwischen - bis die Tafel leer ist. Im Buch stand, dass die Schüler dann ein Gefühl der Zufriedenheit haben! Es macht tatsächlich den meisten Spaß. Binnendifferenziert ist es auch, denn die ersten weggewischten Zeichen sind natürlich die einfacheren, die schwierigeren bleiben erst einmal stehen.

Mei tounao he bu gaoxing

Filme versüssen den Unterricht, in unserem Fall sind es wohl eher Filmausschnitte. Meiner Kollegin Hellen Zhang aus Nanjing verdanke ich die DVD mit dem Zeichentrickfilm von “Mei tounao und bu gaoxing”. Mir gefällt diese Geschichte sehr gut! Ich weiß, dass sie ein bisschen altmodisch ist, aber sie ist auch sehr chinesisch! Und ohne viel Schnickschnack, man kann sich glaube ich gut einhören. Die Geschichte ist insgesamt 20 Minuten lang. Im Internet gibt es eine prima Seite dazu mit der Mitschrift (taici) der ersten Szenen, eine Beschreibung der Geschichte auf Chinesisch, einer Buchvorstellung (auf der Grundlage des Zeichentrickfilms). Ganz gutes Material, dass man sicher noch bearbeiten muss, aber man kann z.B. auch über die Bilder auf der Internetseite Sprechanlässe schaffen, das Ganze nachspielen lassen, die Geschichte in einfachen Sätzen nacherzählen und diskutieren lassen, viele Möglichkeiten…
Die Internetseite: http://www.hudong.com/wiki/没头脑和不高兴

Fernsehtipps China

Durch Zufall bin ich auf eine Seite gestoßen, wo Tipps für Fernsehsendungen über ferne Länder, also auch über China, für den nächsten Monat stehen, zu sehen unter: http://www.bmz.de/de/service/TV_HR/TV/index.html.  - Z.B. am 21.9. auf ARTE von 19.30 - 20.15: Auf Reisen mit Tim und Struppi. Der Blaue Lotos. Auf den Spuren des Opiums nach Shanghai. Von Marc Temmermann.

Astronomie und Chinesisch

Meine Tochter (10. Klasse) besucht in den Faschingsferien einen Astronomiekurs. Da ist mir eines meiner Arbeitsblätter beziehungsweise eine Weisheit unseres Rektors Herrn Offermann wieder eingefallen. Er sagte nämlich, jede/r Schüler/in müsse sich im Unterricht irgendwann einmal in einer Woche persönlich angesprochen fühlen, also auch gerade der/die Schüler/in, die/der mit dem Fach Chinesisch nicht so viel anfangen kann. Ich habe deshalb ein Arbeitsblatt für Astronomie-Begeisterte gestaltet, das ich eingeführt habe bei gen wo xue hanyu, Lektion 22. Eingesetzt habe ich es bei der 7. Klasse (Motivierten-Klasse) im letzten Schuljahr. Ich hatte nicht den Eindruck, dass diese neuen Erkenntnisse die Schüler vom Hocker gerissen hätten, offensichtlich waren keine Astronomie-Fans dabei…. Das Arbeitsblatt sieht folgendermaßen aus:

woche-als-sternenperiode.pdf

Vielleicht genügt es auch, das Blatt nur als Folie zu zeigen oder als Extrablatt im Zuge des binnendifferentierten Unterrichts.